Achtsamkeitsübung 3

Achtsamkeit im Hier und Jetzt

Wir haben nun gelernt, dass unsere Gefühle vergänglich und nicht kontrollierbar sind.
Wie können wir nun zu einem geschickteren Umgang mit unseren Gefühlen kommen?
Hätte, sollte, müsste bringt uns hier ja nicht wirklich weiter – im Gegenteil.

Ganz „einfach“: wir nehmen wahr was ist. Und mehr nicht.
Ich habe ein angenehmes Gefühl und nehme wahr das ich ein angenehmes Gefühl habe – mehr nicht.
Ich habe ein unangenehmes Gefühl und nehme wahr das ich ein unangenehmes Gefühl habe – mehr nicht. Das hört sich vollkommen unspektakulär an. Schauen wir also genauer hin: wahrnehmen heißt, das uns etwas bewusst wird, nur so können wir gezielt und bewusst handeln. Hm, doch gar nicht so unspektakulär. Heute geht es in unserer Übung um das Wahrnehmen und vor allem um das „mehr nicht“.

Das ist der wichtigste Teil der Achtsamkeitsübungen überhaupt! Nennen wir das „mehr nicht“ also heute „Achtsamkeit“, diese hat nämlich für uns eine enorme Wirkung und ist für uns von großem Nutzen. Die Achtsamkeit die feststellt was ist und weder wertet, wünscht noch will – sie ist der klare Blick auf die Wirklichkeit. Das was wirklich ist tritt an erste Stelle, was sein könnte oder sollte wird als unsere Vorstellung oder Wunsch entlarvt. Wenn wir also achtsam sind und das sehen, was ist, haben wir etwas ganz entscheidendes erreicht: wir befinden uns dann nämlich in dem berühmten, viel zitierten und gepriesenen Hier und Jetzt.

Ein Beispiel: während ich über ein Gespräch von gestern wütend bin und Argumente zusammenstelle, die ich morgen anbringen werde -weht ein lauer Wind durch die Straßen, eine Katze kommt auf mich zu und schaut mich an, beginnt sich an meine Beine zu schmiegen um gestreichelt zu werden…- aber das alles bekomme ich kaum mit, ich bin ja gar nicht im Hier und Jetzt. Ich habe einen Moment in meinem Leben verpasst, weil ich mich mit der Vergangenheit (die ich nicht verändern kann) und mit der Zukunft (die ich nicht vorhersehen kann) beschäftigt habe.

Übung 3 – Achtsamkeit

(Jetzt wird es schon etwas komplizierter)

Halte heute unmittelbar nach dem Aufwachen das erste Mal inne und richte Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Körper. Versuche zunächst wahrzunehmen, welche Körperhaltung Du gerade hast (wie berührt mein Körper die Matratze…).

Denke nicht darüber nach, sondern versuche als Nächstes wahrzunehmen, wie sich Dein Körper als Ganzes in diesem Moment anfühlt. Denke auch nicht über diese Wahrnehmung nach, spüre nur Deinen Körper und richte nach einer Weile Deine Aufmerksamkeit auf Deine Gefühle. Nimm wahr, was du jetzt gerade fühlst und benenne es.

Versuche jetzt wahrzunehmen, wo in Deinem Körper Du dieses Gefühl spürst und auf welche Weise.
Denke nicht weiter darüber nach. Nimm nur wahr wie sich das Gefühl gerade in Deinem Körper zeigt.

Beende die Übung indem Du die Aufmerksamkeit wieder auf Deinen Körper richtest und wahrnimmst wie Deine Haltung gerade ist, wo Dein Körper was gerade berührt.

Wiederhole die Übung mehrmals im Laufe des Tages.
Wähle dafür am Besten Momente, in denen Du Zeit und Ruhe hast.

Innehalten
Körper wahrnehmen
Gefühl wahrnehmen
Gefühl im Körper wahrnehmen
Körper wahrnehmen
Gefühl benennen

„Das Einmaleins der Achtsamkeit“ (Jessica Walker)